Audi Museum Mobile: 11 Design-Ikonen in Ingolstadt

Artyom Semenov
Artyom Semenov
Apr 5, 2026
10 Min lesen
Apr 5, 2026
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Audi Museum Mobile: 11 Design-Ikonen in Ingolstadt

Audi Museum Mobile „Design Legenden“ — 11 Konzeptfahrzeuge, die fünf Jahrzehnte geprägt haben

Eine neue Sonderausstellung im Audi museum mobile in Ingolstadt holt 11 Konzeptfahrzeuge und Designstudien aus dem Depot — einige davon zum ersten Mal seit 20 Jahren. Vom 28. März bis zum 12. Juli 2026 zeichnet „Design Legenden“ Audis Formensprache vom Italdesign Aztec von 1988 bis zum PB 18 e-tron von 2018 nach. Wenn Sie in diesem Frühjahr irgendwo in Bayern unterwegs sind, lohnt sich dieser Abstecher.

Überblick über die Ausstellung Design Legenden im Audi museum mobile

Was ist die Ausstellung „Design Legenden“ im Audi Forum Ingolstadt?

Das Audi museum mobile — untergebracht im Audi Forum Ingolstadt — zeigt eine Sonderausstellung, die Konzeptfahrzeugen und Designstudien aus den vergangenen fünf Jahrzehnten gewidmet ist. Kurator Stefan Felber brachte es schlicht auf den Punkt: Das letzte Mal, dass das Museum Designstudien eine eigene Bühne gab, liegt 20 Jahre zurück. Seitdem hätten Besucher immer wieder nach einer Neuauflage gefragt.

Das Ergebnis ist eine kuratierte Auswahl von 11 Fahrzeugen, von denen jedes einen Wendepunkt in Audis Designentwicklung markiert. Doch hier geht es nicht nur um Metall hinter Absperrungen. Zur Ausstellung gehören auch Skizzen, Renderings und Clay-Modelle, die Einblicke in den kreativen Prozess hinter jedem Konzept geben — also darin, wie Ideen von der ersten Zeichnung bis zum Prototyp im Maßstab 1:1 gelangten. Die Audi Tradition App dient dabei als digitaler Begleiter, inklusive Audioguides und sogar Motorsounds für ausgewählte Exponate.

Ausstellungsansicht von Design Legenden im Audi Forum Ingolstadt

Die vollständige Liste der ausgestellten Konzeptfahrzeuge und Designstudien

Hier sind alle Fahrzeuge der Ausstellung in chronologischer Reihenfolge. Einige werden Sie sofort erkennen. Andere kamen nie über den Messestand hinaus — ihre DNA hingegen schon.

Jahr Modell Bedeutung
1988 Italdesign Aztec Mittelmotor-Sportwagen von Giugiaro
1991 Audi quattro Spyder Leichtbau-Roadsterkonzept aus Aluminium
1991 Audi Avus quattro W12, polierte Aluminiumkarosserie → A8 ASF
1995 Audi TT Showcar Nahezu serienreif → TT Mk1 (1998)
1997 Audi A8 Coupé Concept Studie eines luxuriösen Gran Turismo
2000 Audi Steppenwolf Crossover-/Offroad-Coupé-Prototyp
2003 Audi Nuvolari quattro GT mit W12, benannt nach Tazio Nuvolari
2005 Audi Shooting Brake Concept Designstudie zwischen Sportback und Kombi
2010 Audi e-tron Spyder Offener Sportwagen mit Diesel-Hybridantrieb
2010 Audi quattro Concept Retro-Hommage an den originalen Ur-quattro
2018 Audi PB 18 e-tron Elektrischer Supersportwagen → Formensprache des e-tron GT
Ausgestellte Konzeptfahrzeuge im Audi museum mobile

Wie prägte der Avus quattro Audis Serienfahrzeuge?

Der Audi Avus quattro von 1991 ist wohl das wichtigste Einzelstück dieser Ausstellung. Entworfen von Martin Smith, debütierte er auf der Tokyo Motor Show mit einer Karosserie aus vollständig poliertem Aluminium — ohne Lack, nur rohes Metall. Unter der Hülle saß ein 6,0-Liter-W12. Weder das Motorlayout noch die spiegelnde Karosserieoberfläche schafften es in die Serie. Die Aluminium-Bauweise jedoch schon.

Audis Aluminium Space Frame (ASF), der erstmals 1994 im A8 erschien, lässt sich direkt auf den Avus zurückführen. Das ist eine Entwicklungslinie, die man in nur drei Jahren vom Konzept bis ins Serienfahrzeug ziehen kann. Ich würde sogar sagen, dass der Avus mehr für Audis Markenidentität getan hat als jede Werbekampagne jener Zeit — weil er bewies, dass das Unternehmen zu einer Zeit über Stahl hinausdenken konnte, als in Ingolstadt sonst kaum jemand diesen Weg ging.

Audi Avus quattro in der Ausstellung Design Legenden

Vom Showcar zum Serienmodell: Die Geschichte des Audi TT

Das Audi TT Showcar von 1995 gehört zu den seltenen Konzeptfahrzeugen, die beinahe unverändert in Serie gingen. Freeman Thomas und Peter Schreyer entwarfen ihn im Audi-Studio im kalifornischen Simi Valley und übertrugen die Bauhaus-Idee von Kreisen in Kreisen in die Automobilwelt. Drei Jahre später lief der Serien-TT in Győr vom Band — und sah der ursprünglichen Studie bemerkenswert ähnlich.

Im Museum ist das Showcar zusammen mit Dokumenten zum Designprozess zu sehen — frühe Skizzen, Clay-Modelle und Renderings, die zeigen, wie die Proportionen verfeinert wurden. Für alle, die sich für Audi-Designgeschichte interessieren, ist das das Herzstück der Ausstellung. Das Team von Audi Tradition hat zudem 360-Grad-Panoramen des Innenraums in die Audi Tradition App integriert, sodass Sie das Cockpit auch nach dem Museumsbesuch weiter erkunden können.

Audi TT Showcar und Materialien zur Designentwicklung

Was ist mit den elektrischen Konzepten — e-tron Spyder und PB 18?

Zwei Exponate verweisen direkt auf Audis elektrische Zukunft. Der Audi e-tron Spyder von 2010 war ein offener Sportwagen mit Diesel-Elektro-Hybridantrieb — eine technische Studie, die einen 3.0 TDI mit zwei Elektromotoren kombinierte. Zur Serie kam er nie, doch der Name „e-tron“, den er trug, wurde später zu einer ganzen Submarke.

Der Audi PB 18 e-tron von 2018 ging noch weiter. Ein vollelektrisches Konzept mit Ambitionen Richtung Festkörperbatterie und einem Fahrersitz, der sich für den Rennstreckeneinsatz in die Mitte des Innenraums verschieben ließ. Seine scharfkantige Formensprache beeinflusste den Audi e-tron GT, der 2021 folgte. Nachdem ich die Datenblätter beider Fahrzeuge in unserer Datenbank geprüft habe, ist die Verbindung zwischen den Proportionen des PB 18 und der Silhouette des Serien-e-tron-GT kaum zu übersehen. Hinter beiden stand dieselbe Grundfrage: Wie sieht ein schneller Audi ohne klassischen Kühlergrill aus?

Audi e-tron Spyder und PB 18 e-tron Konzepte

Die vergessenen Konzepte: Steppenwolf, Nuvolari und das A8 Coupé

Nicht alles in dieser Ausstellung führte zu einem Serienmodell. Der Audi Steppenwolf von 2000 war ein Crossover-Coupé, bevor dieses Segment überhaupt existierte. Flach, breit, mit kurzen Überhängen und echter Offroad-Fähigkeit — er nahm den Trend zum SUV-Coupé fast ein Jahrzehnt vorweg. Audi baute ihn nie. BMW später schon, mit dem X6.

Der Audi Nuvolari quattro von 2003, benannt nach der italienischen Rennfahrerlegende Tazio Nuvolari, kombinierte einen W12 mit einer Formensprache, die bereits andeutete, was später in die A5-/A7-Sportback-Linie einfloss. Und das A8 Coupé Concept von 1997? Ein Gran Turismo, der auslotete, ob ein luxuriöser zweitüriger Audi im Markt funktionieren könnte. Offenbar nicht — aber live ist das Fahrzeug beeindruckend, und diese Ausstellung bietet eine der seltenen Gelegenheiten, es überhaupt zu sehen.

Audi Steppenwolf Nuvolari quattro und A8 Coupé Konzepte

Der quattro Concept und der Aztec: Die beiden Enden der Sammlung

Der Audi quattro concept von 2010 war eine bewusste Rückbesinnung auf den Ur-quattro von 1980, also auf das Modell, mit dem Audis Allradgeschichte begann. Kurz, breit, kantig proportioniert und mit einem 2.5 TFSI-Fünfzylinder mit 408 PS sorgte das Auto auf dem Pariser Autosalon für enorme Begeisterung. Eine Serienversion wurde erwogen — und dann gestrichen. Diese Entscheidung schmerzt Audi-Enthusiasten bis heute.

Am anderen Ende der Zeitleiste steht der Italdesign Aztec von 1988 — streng genommen kein internes Audi-Design, sondern eine Zusammenarbeit mit Giorgetto Giugiaro. Ein Mittelmotor-Sportwagen mit geteilter Cockpitarchitektur, für seine Zeit radikal. Das Museum hatte ihn zuvor nie ausgestellt. Wenn Sie als Sammler oder Historiker die Linie von Auto Union bis zur heutigen Audi-Marke nachvollziehen wollen, schließt dieses Fahrzeug eine Lücke im visuellen Gesamtbild.

Audi quattro concept und Italdesign Aztec in der Ausstellung

Wie besucht man das Audi Museum Mobile in Ingolstadt?

Das Audi Forum Ingolstadt liegt an der Ettinger Straße direkt neben Audis Hauptwerk. Das museum mobile befindet sich innerhalb des Forum-Komplexes. Die Sonderausstellung „Design Legenden“ läuft vom 28. März bis zum 12. Juli 2026 und lässt sich gut mit einer Werksführung oder einem geschäftlichen Besuch in der Region verbinden. Stand April 2026 ist auch die Dauerausstellung geöffnet, die die gesamte Geschichte der heutigen Audi AG abdeckt — von der Vorkriegszeit der Auto Union über NSU bis in die moderne quattro-Ära.

Die Audi Tradition App — kostenlos für iOS und Android — funktioniert im Museum als digitaler Guide. Sie bietet Audioguides, 360-Grad-Innenraumansichten und sogar Motorsounds für ausgewählte Konzeptfahrzeuge. Hinzu kommt ein digitaler Stadtrundgang durch Ingolstadt, der die Spuren von Auto Union nachzeichnet. Ebenfalls wichtig: Die App verlinkt auf den Audi Tradition Online Shop für Zubehör, Literatur und Ersatzteile für Audi-Youngtimer. Für Besucher von außerhalb Deutschlands gilt: Museum und App arbeiten überwiegend auf Deutsch, auch wenn zentrale Ausstellungstexte zweisprachig beschriftet sind.

Besucherinformationen zum Audi Forum Ingolstadt und Eingang des museum mobile

Warum ist diese Ausstellung für Audis Designzukunft relevant?

Audi befindet sich mitten in einem Marken-Reset. Die neue Formensprache — sichtbar etwa beim Q6 e-tron und bei der kommenden A5-/A7-Generation — greift stark auf Konzeptfahrzeuge der Vergangenheit zurück. Der flache, breite Vorderwagen des PB 18 e-tron. Die minimalistische Flächensprache des TT Showcar. Das monolithische Karosserievolumen des Avus. Wenn man diese 11 Fahrzeuge in einem Raum zusammen sieht, lässt sich nachvollziehen, wie sich Audis Identität entwickelt hat — und auf welche historischen Referenzen das aktuelle Team heute zurückgreift.

Für die Zielgruppe von Automobilisto — Enthusiasten, Journalisten und Branchenprofis mit Interesse an technischer Herkunft und historischer Linie — ist diese Ausstellung eine Primärquelle. Unser Archiv umfasst Serienprospekte vieler Modelle, die direkt aus diesen Konzepten hervorgegangen sind: der ursprüngliche TT, der D2 A8, die erste Generation des e-tron GT. Wer die Konzepte vor Ort sieht und anschließend die Serien-Spezifikationen in unserer Datenbank dagegenhält, bekommt das vollständige Bild dessen, was den Weg vom Designstudio bis zum deutschen Händler überstanden hat.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • Die Ausstellung „Design Legenden“ im Audi museum mobile läuft vom 28. März bis zum 12. Juli 2026 in Ingolstadt.
  • Elf Konzeptfahrzeuge werden gezeigt — vom Italdesign Aztec von 1988 bis zum PB 18 e-tron von 2018.
  • Mehrere Konzepte beeinflussten spätere Audi-Serienmodelle direkt — der Avus führte zur Aluminiumkarosserie des A8, das TT Showcar wurde fast unverändert zum TT der ersten Generation.
  • Clay-Modelle, Skizzen und Renderings begleiten die Fahrzeuge und zeigen den Weg von der Idee zur Form.
  • Die kostenlose Audi Tradition App bietet Audioguides, 360°-Innenansichten und einen digitalen Stadtrundgang durch Ingolstadt.
  • Elektrische Konzepte wie e-tron Spyder und PB 18 e-tron stehen in direkter Verbindung zu Audis heutiger EV-Designrichtung.
  • Anderswo gibt es keine englischsprachige Berichterstattung zu dieser Ausstellung — dies ist der einzige EN-Guide.

FAQ

Wo befindet sich das Audi museum mobile und wie kommt man dorthin?
Das Audi museum mobile ist Teil des Audi Forum Ingolstadt und liegt an der Ettinger Straße nahe Audis Hauptwerk. Ingolstadt liegt ungefähr eine Stunde nördlich von München und ist per Auto oder Regionalzug erreichbar. Vom Ingolstädter Hauptbahnhof aus ist das Forum gut erreichbar.

Wie lange läuft die Sonderausstellung „Design Legenden“?
Die Ausstellung wurde am 28. März 2026 eröffnet und endet am 12. Juli 2026. Danach kehren die Konzeptfahrzeuge in das Archiv von Audi Tradition zurück. Die Dauerausstellung des Museums bleibt ganzjährig geöffnet.

Ist die Audi Tradition App auf Englisch verfügbar?
Die App ist in erster Linie deutschsprachig. Wichtige Ausstellungstexte im Museum sind zweisprachig (Deutsch/Englisch), aber die vollständigen Inhalte der App — Audioguides, Stadtrundgänge und Shop — sind auf Deutsch. Sie ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

Welche Konzeptfahrzeuge der Ausstellung beeinflussten spätere Audi-Serienmodelle?
Der Audi Avus quattro von 1991 führte direkt zum Aluminium-A8 mit ASF-Technologie. Das TT Showcar von 1995 wurde 1998 fast unverändert zum Serien-TT. Der PB 18 e-tron von 2018 prägte die Formensprache des Audi e-tron GT. Der Audi quattro concept von 2010 war für die Serie im Gespräch, wurde am Ende jedoch gestrichen.

Kann man auch die Sammlung im Audi Forum Neckarsulm entdecken?
Ja. Audi Tradition betreibt zusätzlich eine eigene Ausstellung im Audi Forum Neckarsulm, die aktuell Heritage-Modelle in der Galerie im zweiten Obergeschoss zeigt. Die Sammlungen in Ingolstadt und Neckarsulm ergänzen sich, zeigen jedoch unterschiedliche Fahrzeuge.

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