Modell wählen oder eigene Werte eingeben, Fahrprofil und Temperatur festlegen – und die reale Reichweite sehen, nicht den WLTP-Wert. Mit der Lücke zwischen beiden, dem realen Verbrauch und interaktiven Kurven für Geschwindigkeit und Kälte.
WLTP wird unter festen Laborbedingungen bei moderater Geschwindigkeit und milder Temperatur gemessen – reales Fahren entspricht dem selten. Höhere Geschwindigkeiten bedeuten mehr Luftwiderstand, der ungefähr quadratisch mit der Geschwindigkeit steigt – Autobahnfahrten ab 130 km/h können den Verbrauch gegenüber dem WLTP-Wert um 50% oder mehr erhöhen. Stadtfahrten mit niedrigerer Durchschnittsgeschwindigkeit und Rekuperation an jeder Ampel schlagen den WLTP-Wert oft.
Kälte kommt als zweiter, separater Effekt hinzu: Die Batteriechemie arbeitet unter etwa 10°C weniger effizient, und die Innenraumheizung zieht Energie direkt aus der Batterie (E-Autos haben keine Motorabwärme zum Nutzen). Bei -10°C auf der Autobahn kann die reale Reichweite auf etwa die Hälfte des WLTP-Werts fallen – bei einem 77 kWh / 18 kWh/100km Auto sind das rund 211 km statt der WLTP-Angabe von ~428 km. Milde Temperaturen (um 20°C) mit gemischtem Fahren liegen am nächsten am WLTP-Wert.
WLTP ist ein standardisierter Labortest bei moderater, konstanter Geschwindigkeit und milder Temperatur – nützlich, um Fahrzeuge gleichberechtigt zu vergleichen, spiegelt aber reales Fahren nicht wider. Höhere Geschwindigkeiten, Kälte, Klimaanlage, Wind, Gelände, Reifen und Fahrstil senken die Reichweite unter den meisten realen Bedingungen unter den WLTP-Wert.
Kälte senkt die Reichweite typischerweise um 15-35%, hauptsächlich durch zwei Effekte: Die Batterie ist chemisch unter etwa 10°C weniger effizient, und die Innenraumheizung zieht Energie direkt aus der Batterie, statt wie bei einem Verbrenner Motorabwärme zu nutzen. Bei -10°C beträgt der Effekt je nach Fahrprofil etwa 20-35% Reduktion gegenüber der Reichweite bei 20°C.
Der Luftwiderstand steigt ungefähr quadratisch mit der Geschwindigkeit – von 100 km/h auf 140 km/h erhöht sich der Widerstand nicht nur um 40%, sondern deutlich mehr. Ab etwa 130 km/h dominiert dieser Effekt den Energieverbrauch, weshalb schnelles Autobahnfahren den realen Verbrauch 30-50% über den WLTP-Wert treiben kann – noch bevor die Temperatur berücksichtigt wird.