Wer in Deutschland nach dem bekanntesten Auto fragt, bekommt fast immer dieselbe Antwort: der Golf. Die KBA-Jahresbilanz für 2025, veröffentlicht am 6. Januar 2026, bestätigt sie. Der Golf blieb das meistverkaufte Modell, verlor aber rund 15.000 Fahrzeuge gegenüber 2024. Dahinter hat sich einiges getan: Der Benzinanteil ist eingebrochen, der Diesel ist zur Randerscheinung geworden, und die Frage, wer eigentlich kauft, Firma oder Privatperson, entscheidet über die Rangliste.

Dieser Beitrag geht die Modell- und Markenrangliste Platz für Platz durch und schließt mit den Monatszahlen 2026. Den Gesamtmarkt mit allen Segmenten und Antrieben behandelt der Marktbericht zum deutschen Automarkt.

Wie groß ist der deutsche Automarkt?

2025 wurden 2.857.591 Pkw neu zugelassen, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 2.817.331). Es war das sechste Jahr in Folge unter drei Millionen. 2019 waren es noch 3.607.258, der aktuelle Wert liegt also gut ein Fünftel darunter. Berücksichtigt man alle Fahrzeugarten, kommt das KBA auf 3.410.587 Neuzulassungen.

Der Mix nach Antrieb: Benzin 27,2 Prozent (2024: 35,2 Prozent), Diesel 13,8 Prozent, Hybride 39,5 Prozent einschließlich der Plug-ins mit 10,9 Prozent, reine Elektroautos 19,1 Prozent nach 13,5 Prozent im Vorjahr. Benzin und Diesel zusammen kommen auf 41,0 Prozent. 2024 waren es noch 52,4 Prozent, sodass 2025 das erste Jahr mit weniger als der Hälfte Verbrennern ist.

Welche Marke führt den Markt an?

Volkswagen bleibt mit 560.796 Neuzulassungen und 19,6 Prozent klar vorn. Mercedes-Benz folgt mit 260.415, BMW mit 253.712. Der Abstand zwischen Platz zwei und drei beträgt nur 6.703 Fahrzeuge. Skoda ist mit 226.472 Neuzulassungen (+10,2 Prozent, 7,9 Prozent) die größte Importmarke und liegt vor Audi (205.862, 7,2 Prozent). Danach kommen Seat (162.566), Opel (136.189, 4,8 Prozent), Ford (108.299), Hyundai (93.839) und Toyota (87.578).

Rechnet man die vier Konzernmarken Volkswagen, Skoda, Audi und Seat zusammen, kommen 1.155.696 Fahrzeuge heraus, das sind 40,4 Prozent des Marktes. Unter den Neueinsteigern fällt BYD auf, mit 23.306 Neuzulassungen und einem Plus von 706,2 Prozent bei 0,8 Prozent Marktanteil. Tesla fiel um 48,4 Prozent auf 19.390 Fahrzeuge, das entspricht rund 0,7 Prozent. Mehr zu BYD und den anderen chinesischen Anbietern liefert der Beitrag Chinesische Marken in Deutschland.

Warum der Golf vorne bleibt

Der Golf kam 2025 auf 85.023 Neuzulassungen, das sind 3,0 Prozent aller Pkw. Dahinter liegen zwei SUV: der T-Roc mit 78.264 (2,7 Prozent) und der Tiguan mit 63.316 (2,2 Prozent). Alle drei kommen von Volkswagen, Golf und T-Roc basieren beide auf der MQB-Plattform. Das klassische Kompaktauto ist damit im Modellvergleich noch vorn, im Segment aber auf dem Rückzug: Die Kompaktklasse verlor 2025 laut KBA 9,5 Prozent, die SUV gewannen 11,9 Prozent hinzu.

Was der Vorsprung bedeutet

Der Golf gewinnt, weil er in vielen Ausstattungen und Motorisierungen für Flotten, Leasing und Privatkunden passt. Der Rückgang um rund 15.000 Fahrzeuge zeigt, dass auch die Dauerspitze nicht gesichert ist. Das ist unsere Einordnung der KBA-Zahlen.

Warum keines der Top-3-Modelle ein Elektroauto ist

Golf und T-Roc gibt es als Benziner und Mild-Hybrid, den Tiguan als Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid. Elektrische Pendants gehören zu anderen Baureihen: Der ID.3 teilt sich keine Plattform mit dem Golf, ID.3, ID.4 und ID.7 nutzen die MEB-Plattform. Bei den reinen Elektroautos war der ID.7 mit 34.563 Zulassungen 2025 Spitzenreiter, vor dem ID.3 (31.938) und ID.4 plus ID.5 (zusammen 26.550), so die Auswertung von electrive auf KBA-Basis.

Das KBA veröffentlicht in der Pressemitteilung keine Modelltabelle. Die Modellzahlen stammen aus den Excel-Auswertungen des KBA und werden von Portalen wie autostatistiken.de aufbereitet. Für die Rangfolge der Top Ten ist das ausreichend belastbar, einzelne Stückzahlen weichen je nach Quelle aber leicht ab.

Die Top-10-Modelle 2025

PlatzModellNeuzulassungen 2025
1VW Golf85.023
2VW T-Roc78.264
3VW Tiguan63.316
4Opel Corsa48.581
5BMW X147.143
6Skoda Octavia44.890
7VW Passat44.609
8Seat Leon38.425
9BMW 5er37.643
10Audi A637.505

Quelle: KBA-Daten, aufbereitet von autostatistiken.de und leadersnet.

Von einer VW-Dominanz auf den ersten sieben Plätzen kann nicht die Rede sein: Volkswagen belegt Platz 1 bis 3 und Platz 7, dazwischen stehen Opel, BMW und Skoda. Auffällig ist, dass mit dem 5er und dem A6 zwei große Limousinen beziehungsweise Kombis in den Top Ten stehen. Warum, lässt sich aus den KBA-Daten nicht ablesen. Wir spekulieren hier nicht über Anteile von Elektroversionen, dazu liegen keine Zahlen vor.

Dienstwagen oder privat: Wer kauft?

66,1 Prozent der Neuzulassungen 2025 waren gewerblich, 33,6 Prozent privat. Die Modellrangliste bildet damit zu einem großen Teil ab, was in Fuhrparks, Leasingverträgen und Dienstwagenberechtigungen landet. Wie stark das einzelne Modell betroffen ist, veröffentlicht das KBA nicht in der Pressemitteilung.

Steuerlich gilt bei Dienstwagen für die private Nutzung 1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat. Für Plug-in-Hybride sind es 0,5 Prozent, wenn sie mindestens 80 km elektrisch fahren oder höchstens 50 g CO₂/km ausstoßen. Für reine Elektroautos gilt seit Juli 2025 der Satz von 0,25 Prozent bis zu einem Bruttolistenpreis von 100.000 Euro. Wie sich das auf die Gesamtkosten auswirkt, zeigt der Beitrag Gesamtkosten im Segmentvergleich.

Die Zulassungen 2026 bis September

Zeitraum 2026Pkw-NeuzulassungenHinweis
Januar193.981
Februar211.262
März294.161+16,0 %
April249.163
1. Quartal699.404BEV 159.630 (22,8 %)
Januar bis September2.221.798BEV 604.144 (27,2 %)
September256.774BEV-Anteil 34,5 %

Seit dem 19. Mai 2026 läuft die E-Auto-Prämie über das neue Förderportal, rückwirkend für Fahrzeuge ab dem 1. Januar. Sie ist einkommensabhängig und deckt neben Elektroautos auch Plug-in-Hybride und Range Extender ab, das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf höchstens 80.000 Euro betragen. Im März 2026 war das Tesla Model Y laut KBA das meistzugelassene Elektroauto und zugleich das meistzugelassene SUV. Im Juni war nach ADAC-Angaben das Elektroauto die stärkste Antriebsart. Alle Monate und Hintergründe fasst der Quartalsbericht zusammen, die Elektrozahlen im Beitrag E-Mobilität in Deutschland 2026.

Welches Auto fährt am häufigsten auf Deutschlands Straßen?

Das lässt sich aus den KBA-Standardveröffentlichungen nicht beantworten, denn Modellbestände sind nicht Teil der Kernzahlen. Belegt ist nur der Gesamtbestand: Am 1. Januar 2026 waren 49.486.487 Pkw zugelassen (+0,3 Prozent), das Durchschnittsalter lag bei 10,9 Jahren, 2.034.260 davon fuhren elektrisch (4,1 Prozent). Welche Folgen das für Wiederverkaufswerte hat, steht im Beitrag Wertverlust nach Marke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Golf (85.023), T-Roc (78.264) und Tiguan (63.316) führen die Rangliste an, der Golf verlor rund 15.000 Fahrzeuge.
  • Volkswagen hält 19,6 Prozent, die vier Konzernmarken zusammen 40,4 Prozent.
  • Bei den Elektroautos liegt der ID.7 vorn (34.563).
  • Zwei Drittel der Zulassungen sind gewerblich: 66,1 Prozent.
  • 2026 lag der BEV-Anteil von Januar bis September bei 27,2 Prozent.

Den Zusammenhang zu Segmenten, Antrieben und Bestand zeigt der Marktbericht zum deutschen Automarkt.

Quellen

  • KBA, Pressemitteilung 01/2026 (Jahresbilanz 2025), 6. Januar 2026: kba.de
  • autostatistiken.de, leadersnet, joyn: Modellrangliste 2025 auf KBA-Basis
  • electrive.net: BEV-Modelle 2025 (6. Januar 2026), KBA-Bestand (27. Februar 2026)
  • ecomento.de: KBA-Monats- und Kumulierte Werte 2026 (16. Oktober 2026); elektroquatsch.de; autohaus.de (Segmentübersicht März 2026)
  • ADAC: Neuzulassungen nach KBA, 2026; NWB, umweltpakt.bayern.de: E-Auto-Prämie
  • autobild, auto motor und sport (23. Juli 2025), utopia: Dienstwagenbesteuerung