Was ein Auto im Monat kostet, entscheidet sich selten am Kaufpreis. Wertverlust, Energie, Werkstatt, Versicherung und Kfz-Steuer summieren sich über die Haltedauer, und je nach Segment und Antrieb verschiebt sich die Reihenfolge. Dieser Beitrag vergleicht Kompaktklasse, SUV und Elektroauto entlang der Kostenblöcke, die auch der ADAC verwendet. Als belastbare Zahlengrundlage dient die ICCT-Studie von 2023, ergänzt um die aktuellen Steuer- und Förderregeln.

Wer die Neuzulassungen im Marktbericht zum deutschen Automarkt liest, sieht, dass das SUV-Segment mit 33,3 Prozent das größte ist. Ob sich das für den einzelnen Halter rechnet, zeigt erst die Gesamtkostenrechnung.

Was in die Gesamtkosten gehört

Der ADAC rechnet seine Autokosten mit einer Haltedauer von fünf Jahren und 15.000 Kilometern pro Jahr, also 75.000 Kilometern. Die Kosten teilen sich in vier Gruppen:

  • Wertverlust: der Unterschied zwischen Kaufpreis und Restwert. Er ist bei neuen Autos meist der größte Block.
  • Betriebskosten: Kraftstoff oder Strom.
  • Werkstattkosten: Wartung, Reparaturen und Reifen.
  • Fixkosten: Versicherung, Kfz-Steuer, HU/AU und Schutzbrief.

Welche Zahlen konkret gelten, wechselt mit jeder Auflage. Wir geben deshalb keine ADAC-Eurobeträge pro Modell an. Die aktuellen Werte stehen bei adac.de, mit dem TCO-Rechner lässt sich ein eigenes Profil durchrechnen.

Die Segmente im Klassenvergleich

Für den Vergleich genügen drei Gruppen: kompakte Fahrzeuge wie der Golf, SUV in Kompaktgröße wie der T-Roc oder Tiguan und Elektroautos, die in beiden Klassen als Alternative auftreten. Das KBA führt rund ein Dutzend Segmente, die Zahl schwankt je nach Zählung. Wichtig ist, dass ein Vergleich nur innerhalb eines Segments sinnvoll ist: Ein Kleinstwagen und ein Oberklasse-SUV haben andere Preise, andere Versicherungsklassen und einen anderen Wertverlust.

Kompaktklasse: Benziner gegen Elektroauto

Die Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) vom Oktober 2023 hat für Deutschland die Kosten über vier Jahre berechnet, für Kauf und Leasing. In der Kompaktklasse stand ein VW Golf VIII Style als Benziner bei rund 55.000 Euro Gesamtkosten. Ein VW ID.3 Pro kam ohne Kaufprämie auf 49.900 Euro, also 5.100 Euro weniger. Mit der damaligen Prämie lagen die Kosten bei 42.700 Euro, 12.300 Euro unter dem Benziner.

Vergleich (ICCT, 4 Jahre, 2023)BenzinerElektro ohne PrämieElektro mit Prämie
Kompakt: Golf VIII Style / ID.3 Pro55.000 €49.900 €42.700 €
Mini: Toyota Aygo X / Dacia Spring28.000 €34.000 €26.900 €

Quelle: ICCT, Oktober 2023. Die Preise sind Stand 2023.

Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Im kleinsten Segment war das Elektroauto ohne Prämie 6.000 Euro teurer als der Benziner, nur mit Prämie lag es leicht darunter. Der Spring ist nicht automatisch die günstigste Wahl. Zweitens: Öffentliches Laden verteuert das Elektroauto spürbar. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen die Kostennachteile am stärksten spüren.

Die Prämie 2026 ist nicht größer

Der Umweltbonus 2023 betrug bis zu 6.750 Euro, davon trug ein Teil der Hersteller. Die E-Auto-Prämie 2026 zahlt 3.000 bis 6.000 Euro, gestaffelt nach Haushaltseinkommen (maximal 80.000 Euro zu versteuern, plus 5.000 Euro je Kind, höchstens zwei Kinder). Für Plug-in-Hybride und Range Extender sind es 1.500 bis 4.500 Euro, das Förderportal läuft seit dem 19. Mai 2026. Die ICCT-Rechnung mit Prämie lässt sich deshalb nicht einfach auf 2026 übertragen.

SUV: Was die Höhe kostet

Belastbare Gesamtkosten pro SUV-Modell liegen uns nicht vor. Strukturell lässt sich aber zeigen, wo ein SUV teurer wird: Der Anschaffungspreis liegt über dem vergleichbaren Kompaktmodell, größere Reifen und höheres Gewicht erhöhen die Werkstattkosten, und mehr Hubraum oder höhere CO₂-Werte schlagen bei der Kfz-Steuer durch, oft auch bei der Versicherung. Die Kfz-Steuer für Benziner setzt sich aus Hubraum (2 Euro je 100 Kubikzentimeter) und CO₂-Stufen nach § 9 KraftStG zusammen. Ein 1,5-Liter-Benziner mit 130 g/km kommt nach unserer Rechnung auf rund 103 Euro im Jahr, den genauen Wert für Ihr Auto liefert der Kfz-Steuer-Rechner.

Elektro-SUV sparen die Steuer ganz: Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind für höchstens zehn Jahre befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Das hat der Bundestag am 4. Dezember 2025 beschlossen. Plug-in-Hybride sind davon ausgenommen.

Warum der Wertverlust mehr kostet als der Sprit

Bei neuen Fahrzeugen fällt der Wertverlust erfahrungsgemäß stärker ins Gewicht als Kraftstoff oder Strom. Einzelzahlen nennen wir dafür nicht. Der Wertverlust hängt stark von Marke, Modell und Antrieb ab. Wie sich die Marken unterscheiden, zeigt der Beitrag Wertverlust nach Marke, wie die Schwacke-Liste Restwerte ermittelt, erklärt dieser Ratgeber.

Plug-in-Hybrid-SUV: der unbequeme Kompromiss

Plug-in-Hybride haben zwei Antriebe und damit mehr Technik, mehr Gewicht und eine Steuer, bei der die Befreiung fehlt. Das spiegelt sich in den Gesamtkosten, auch wenn wir keine Modellzahlen nennen. Auf dem Papier sparen sie CO₂, im Alltag oft nicht: Nach einer Auswertung der EU-Kommission aus dem Jahr 2024 (Zulassungen 2021) lag der reale Ausstoß von Plug-in-Hybriden etwa beim 3,5-Fachen des Typprüfwerts. Das ICCT nennt im September 2026 für Fahrzeuge der Jahrgänge 2021 bis 2023 das 3,5- bis 4,6-Fache.

Für Dienstwagenfahrer ist die Rechnung eine andere. Hier gilt für Verbrenner 1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat, für Plug-in-Hybride 0,5 Prozent bei mindestens 80 km elektrischer Reichweite oder höchstens 50 g CO₂/km, für reine Elektroautos 0,25 Prozent bis 100.000 Euro Bruttolistenpreis (seit Juli 2025). Ob der Plug-in-Hybrid dadurch in der Summe vorn liegt, hängt vom Einzelfall ab.

Welches Segment ist am günstigsten?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die ICCT-Rechnung zeigt, dass ein Elektroauto in der Kompaktklasse auch ohne Prämie günstiger sein kann, im Kleinstwagen-Segment aber nicht. Mit Prämie war es in beiden Klassen günstiger. Auch der Strompreis beim Laden zu Hause oder unterwegs, die Jahresfahrleistung und die Haltedauer verschieben das Ergebnis. Wer rechnet, sollte immer den Zeitraum und den Strompreis anpassen.

  1. Haltedauer und Jahresfahrleistung festlegen, etwa wie der ADAC mit fünf Jahren und 15.000 km.
  2. Wertverlust realistisch ansetzen, nicht den Neupreis als Maßstab nehmen.
  3. Förderung nur mit dem tatsächlich zustehenden Betrag einrechnen.
  4. Versicherung und Steuer aus eigenen Angeboten und dem Kfz-Steuer-Rechner übernehmen. Die Versicherung erklärt der Beitrag Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko.

Die Marktdaten dazu bietet der Marktbericht, die Entwicklung der Elektromobilität der Beitrag E-Mobilität in Deutschland 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • ADAC rechnet mit fünf Jahren und 15.000 km pro Jahr.
  • ICCT 2023: In der Kompaktklasse war der ID.3 Pro mit 49.900 Euro 5.100 Euro günstiger als der Golf, mit Prämie 12.300 Euro.
  • Im Mini-Segment war der Elektroantrieb ohne Prämie teurer.
  • Die Prämie 2026 ist einkommensabhängig und nicht höher als 2023.
  • Elektroautos mit Erstzulassung bis Ende 2030 sind von der Kfz-Steuer befreit.

Quellen

  • ICCT, Studie zu den Kosten von Elektroautos in Deutschland, Oktober 2023 (über electrive.net, 17. Oktober 2023, und evboosters.com)
  • ADAC Autokosten: Haltedauer 5 Jahre / 15.000 km (über motor.com.de); aktuelle Werte auf adac.de prüfen
  • Kraftfahrzeugsteuergesetz, §§ 8 und 9: gesetze-im-internet.de
  • Bundestag, Beschluss vom 4. Dezember 2025 (Kfz-Steuerbefreiung); NWB, Verbraucherzentrale NRW: E-Auto-Prämie 2026
  • Autobild, VWFS: Dienstwagenbesteuerung; EU-Kommission, Bericht vom 18. März 2024; ICCT, September 2026: Plug-in-Hybride