FIN-Decoder · Porsche
Schauen Sie auf Stelle 9 einer deutschen Porsche-FIN. Bis Modelljahr 2022 steht dort ein schlichtes Z, das keine Prüfziffer-Formel je ergeben kann. Ab Modelljahr 2023 rechnet Porsche an derselben Stelle eine echte Prüfziffer nach ISO 3779 aus. Der Decoder liest WP0 und WP1, den Werksbuchstaben an Stelle 11 und die Typnummer, die Porsche auf die Stellen 7, 8 und 12 verteilt.
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In einer Porsche-FIN kommen I, O und Q nie vor. Das Z an Stelle 9 älterer Europa-Fahrzeuge ist ein echter Buchstabe, keine verlesene 2.
Porsche kommt mit zwei Herstellercodes aus. WP0 steht für Sportwagen und Limousinen, also 911, Boxster, Cayman, Panamera und Taycan. WP1 tragen Cayenne und Macan. Bei Fahrzeugen für Europa folgen an den Stellen 4 bis 6 einfach drei Z.
Spannend wird es bei der Typnummer. In Porsches eigener Meldung an die US-Behörde NHTSA sind Stelle 7 und 8 die ersten beiden Ziffern des Typs, Stelle 12 die dritte. Ein 911 der Baureihe 992 aus deutscher Auslieferung zeigt deshalb 99 an Stelle 7 und 8 und eine 2 an Stelle 12; ein Boxster von 2006 zeigt 98 und 7, also den 987. US-Fahrzeuge ersetzen seit 2010 die erste 9 durch ein A.
Sie stehen beim Porsche Zentrum oder bei einem Privatverkäufer vor einem Gebrauchten? Stelle 11 nennt das Werk: S für Zuffenhausen, L für Leipzig, D für Bratislava, U für Valmet in Uusikaupunki, K für Osnabrück, N für Neckarsulm, wo einst 924 und 944 vom Band liefen.
| WMI | Bedeutung |
|---|---|
| WP0 | Porsche Pkw, Deutschland: 911, Boxster, Cayman, Panamera, Taycan, früher auch 924 und 944 |
| WP1 | Porsche SUV, Deutschland: Cayenne aller Generationen und Macan, auch der elektrische Macan |
Beide Codes sind in der NHTSA-Datenbank vPIC auf die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG eingetragen und stimmen mit Porsches eigenen FIN-Meldungen überein; die Werksbuchstaben haben wir mit vPIC-Abfragen und zwei unabhängigen FIN-Referenzen abgeglichen.
Auf dem Papier ist Porsche ein rein deutscher Hersteller: Jede FIN beginnt mit einem deutschen WMI. Trotzdem zerfällt Stelle 9 in drei Fälle, und in Europa trennt das Modelljahr sie.
Porsche-Falle: der Elfer von 1993, der eigentlich von 2023 ist
Ein europäischer 911 behält 99 an Stelle 7 und 8. US-Decoder werten eine Ziffer an Stelle 7 als Zyklus 1980–2009, und so macht selbst der Decoder der NHTSA aus einem europäischen 911 mit Jahresbuchstabe P ein Auto von 1993 statt 2023. Wenn eine Online-Abfrage Ihren Porsche 30 Jahre älter macht, zählt das Erstzulassungsdatum.
Fällt ein europäischer Porsche bei der Prüfziffer durch, zeigt das Ergebnis oben Gelb statt Rot, weil ältere Fahrzeuge nie eine trugen. Grün heißt: Die Ziffer stimmt. Rot gibt es nur bei nordamerikanischen FIN, wo die Prüfziffer Pflicht ist.
Stelle 10 ist das Porsche-Modelljahr; Porsche selbst verweist seine Kunden auf das zehnte Zeichen. I, O, Q, U, Z und die Null kommen nicht vor, und der Code wiederholt sich alle 30 Jahre. US-Fahrzeuge lösen den Zyklus über den Buchstaben an Stelle 7 auf. Europäische nicht, denn dort stehen an Stelle 7 und 8 weiter die Typziffern. Zeigt der Decoder für Ihren 911 zwei mögliche Jahre an? Dann entscheidet das Erstzulassungsdatum aus Feld B der Zulassungsbescheinigung Teil I.
| Code | Modelljahr | Code | Modelljahr |
|---|---|---|---|
| A | 2010 | M | 2021 |
| B | 2011 | N | 2022 |
| C | 2012 | P | 2023 |
| D | 2013 | R | 2024 |
| E | 2014 | S | 2025 |
| F | 2015 | T | 2026 |
| G | 2016 | V | 2027 |
| H | 2017 | W | 2028 |
| J | 2018 | X | 2029 |
| K | 2019 | Y | 2030 |
| L | 2020 |
Zwei. WP0 für Pkw — 911, Boxster, Cayman, Panamera und Taycan — und WP1 für Cayenne und Macan. Beide sind für Deutschland vergeben, auch wenn das Auto in Finnland oder der Slowakei montiert wurde; das tatsächliche Werk steht an Stelle 11.
Bis Modelljahr 2022 steht bei europäischen Porsche an Stelle 9 der Buchstabe Z, und der kann nie das Ergebnis der Rechnung nach ISO 3779 sein. Bei diesen Autos ist der Fehlschlag normal. Ab Modelljahr 2023 trugen alle europäischen FIN, die wir geprüft haben, eine berechnete Ziffer — bei einem neueren Wagen sollten Sie eine Abweichung also hinterfragen.
Porsche setzt ein FIN-Schild unten an die Windschutzscheibe auf der Fahrerseite, von außen lesbar; bei manchen Modellen und Jahrgängen sitzt es an der Türsäule der Fahrerseite. In den Papieren ist es Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I, das die FIN wiedergibt.
Richtig. U steht für Uusikaupunki in Finnland, wo Valmet Automotive zwischen 1997 und 2011 Boxster und Cayman für Porsche gefertigt hat. Ein D bedeutet einen Cayenne aus Bratislava. Der deutsche WMI bleibt in beiden Fällen gleich, deshalb weist der Decoder auf den Unterschied hin.
Sie ist der Anfang der Typnummer. Stelle 7 und 8 enthalten die ersten beiden Ziffern, Stelle 12 die dritte: 99 und eine 1 an Stelle 12 ergeben einen 991, mit einer 2 einen 992. US-Fahrzeuge schreiben seit 2010 A9 statt 99.
Nein. Die 17 Zeichen nennen WMI, Karosserie und Typ, Modelljahr, Werk und Seriennummer. Lack, Innenausstattung und Optionscodes stehen in Porsches Produktionsdaten, nicht in der FIN.