FIN-Decoder · Kawasaki
Eine in Europa verkaufte Kawasaki trägt ihren internen Modellcode mitten in der Fahrgestellnummer. JKBZXT02K steht für eine Ninja 1000 SX, und das K bleibt von 2020 bis 2024 gleich. Stelle 10 ist hier also kein Baujahr. Auch JKA heißt nicht automatisch Japan: Eine Z650 mit D an Stelle 11 kommt aus Thailand, ein Mule mit B aus Lincoln in Nebraska.
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In einer Kawasaki-FIN kommen I, O und Q nicht vor. Am Lenkkopf ist die Prägung oft abgenutzt: Ein O dort ist eine Null.
Die ersten drei Zeichen nennen die Kawasaki-Gesellschaft. JKA und JKB sind die Hauptcodes, sie stehen auf Straßenmaschinen ebenso wie auf Quads und Mule-Side-by-Sides. JK1 findet sich auf Mule-Nutzfahrzeugen wie dem Mule 610. ML5 gehört zu Kawasaki Motors Enterprise in Thailand, MH4 zum indonesischen Werk von Ninja 125 und Z125. Wo montiert wurde, verrät erst Stelle 11: A für Akashi, B für Lincoln, D für Thailand.
Ab Stelle 4 gehen europäische und amerikanische Kawasakis getrennte Wege. Eine Maschine für Nordamerika hat die Norm-FIN mit Prüfziffer an Stelle 9 und Modelljahr an Stelle 10. Eine Maschine für Europa schreibt stattdessen den Kawasaki-Modellcode über die Stellen 4 bis 9. Bei der Z800 lautet das JKBZR800A, genau das ZR800A aus Kawasakis eigenem Ersatzteilkatalog. Stelle 9 ist dann ein Buchstabe. Und ein Buchstabe kann keine Prüfziffer sein.
Wir haben 160 solcher Modellcode-FINs aus norwegischen Kleinanzeigen nachgerechnet. Alle 160 fielen durch, von der ZX-9R aus dem Jahr 1998 bis zur Ninja 650 von 2026. Die 213 US-FINs aus Kawasakis Rückrufen für Quads und Side-by-Sides bestanden ausnahmslos. Welche Sorte haben Sie vor sich? Ziffer oder X an Stelle 9 heißt Norm-Aufbau, ein Buchstabe heißt Europa-Format.
| WMI | Bedeutung |
|---|---|
| JKA | Kawasaki Motors, Japan: Straßenmaschinen wie Z900 und Ninja 400, Brute-Force-Quads, Mule-PRO-Side-by-Sides |
| JKB | Kawasaki Motors, Japan: größere Maschinen wie ZX-6R, Ninja 1000 SX und Z800, Mule PRO-FXT und Teryx |
| JK1 | Kawasaki Motors, Japan: Mule-Nutzfahrzeuge wie der Mule 610, gebaut in Lincoln, Nebraska |
| ML5 | Kawasaki Motors Enterprise Thailand: Ninja 650, Z650, Ninja 500, ZX-4R und KLE 500 für Europa, seit etwa 2020 |
| MH4 | PT Kawasaki Motor Indonesia: Ninja 125 und Z125 |
Für jeden Code gibt es zwei Belege: den Eintrag bei vPIC, dem Herstellerregister der amerikanischen NHTSA, und eine zweite Quelle, etwa der WMI-Liste von Wikibooks, einem Kawasaki-Rückruf oder echten FINs aus europäischen Anzeigen. Nicht enthalten sind die Roller J125 und J300 sowie das Quad Brute Force 300, die Kymco in Taiwan unter dem eigenen Code RGS baut, und der Jet Ski mit seiner Rumpfnummer statt FIN.
Kawasaki schreibt die FIN je nach Zielmarkt auf zwei Arten, und der Präfix sagt wenig über das Werk. Eine Ninja 650 aus Thailand begann 2018 noch mit JKA, ab 2020 mit ML5, beide Male mit D an Stelle 11. Steht im Inserat eines deutschen Händlers vielleicht ein US-Import? Stelle 9 klärt das in einer Sekunde.
Aus Japan importiert? Dann gibt es eine Rahmennummer statt FIN
In Japan neu zugelassene Maschinen tragen eine Rahmennummer: Modellcode, Bindestrich, laufende Nummer, nach dem Muster KZ400D-008111 aus Kawasakis eigenen Teilekatalogen. Sie ist wie eine FIN am Fuß des Lenkkopfs eingeschlagen, doch dieser Decoder kann sie nicht lesen. Vergleichen Sie sie Zeichen für Zeichen mit den Importpapieren.
Eine europäische Ninja 650 landet immer bei Gelb: An Stelle 9 steht das M aus dem Modellcode, und das geht in keiner Formel auf. Für jede Modellcode-Kawasaki ist das normal. Rot bleibt FINs mit Ziffer oder X an dieser Stelle vorbehalten, etwa einer US-Ninja 400 oder einem Mule. Dort deutet ein falscher Wert auf einen Lesefehler oder eine veränderte Nummer. Grün heißt, die Rechnung stimmt.
Bei einer US-Kawasaki ist Stelle 10 das Modelljahr, R etwa bei einer Z900RS von 2024. Welcher 30-Jahres-Zyklus gilt, klärt meist das Modell: Eine Ninja 400 gab es 1993 nicht. Die Regel zu Stelle 7, die bei US-Autos den Zyklus festlegt, gilt für Motorräder nicht. Eine europäische Kawasaki trägt gar kein Jahr in der FIN. Die Ninja 1000 SX zeigt von 2020 bis 2024 dasselbe K, und Kawasakis Z800-Teilekatalog nennt für 2013 bis 2016 ein und denselben FIN-Präfix. Kaufen Sie gebraucht beim Händler? Wann die Maschine erstmals zugelassen wurde, steht im Fahrzeugschein unter B (Zulassungsbescheinigung Teil I).
| Code | Modelljahr | Code | Modelljahr |
|---|---|---|---|
| A | 2010 | M | 2021 |
| B | 2011 | N | 2022 |
| C | 2012 | P | 2023 |
| D | 2013 | R | 2024 |
| E | 2014 | S | 2025 |
| F | 2015 | T | 2026 |
| G | 2016 | V | 2027 |
| H | 2017 | W | 2028 |
| J | 2018 | X | 2029 |
| K | 2019 | Y | 2030 |
| L | 2020 |
JKA und JKB stehen für Kawasaki Motors in Japan und decken Straßenmaschinen, Brute-Force-Quads sowie Mule und Teryx ab. JK1 erscheint auf Mule-Nutzfahrzeugen wie dem Mule 610. ML5 ist Kawasaki Motors Enterprise Thailand, MH4 das indonesische Werk hinter Ninja 125 und Z125. Das Werk steht an Stelle 11: A Akashi, B Lincoln, D Thailand.
Am Lenkkopf: Kawasakis Rückrufe nennen die rechte Seite des Steuerkopfrohrs, hinter der Gabel. Die Motornummer ist separat ins Kurbelgehäuse geschlagen und anders aufgebaut, bei der Z800 ZR800AE plus Seriennummer. Beim Mule PRO und beim Brute Force 750 sitzt die FIN am Stahlrahmen zwischen den Aufnahmen des rechten unteren vorderen Querlenkers. Gleichen Sie sie mit Feld E der Zulassungsbescheinigung Teil I ab.
Weil an Stelle 9 ein Buchstabe aus dem Modellcode steht und keine Prüfziffer. Eine in Europa verkaufte Z900 beginnt mit JKAZR900F, eine Ninja 650 mit ML5EX650M. Alle 160 getesteten FINs dieser Art fielen durch, deshalb zeigt der Decoder Gelb. Anders ein US-Import: Dort steht an Stelle 9 eine Ziffer oder ein X, und wenn die nicht aufgeht, lohnt ein zweiter Blick auf die Prägung.
Vermutlich der Verkäufer. JKA steht auf Maschinen aus Akashi, Thailand und Lincoln. Ein D an Stelle 11 bedeutet Kawasaki Motors Enterprise Thailand, so bei Z650, Ninja 400 und Z800. Genau deshalb markiert der Decoder den Unterschied zwischen WMI-Land und Werk.
Farbe, ABS, eine A2-Drosselung, den Kilometerstand oder die Wartungshistorie. Eine europäische Kawasaki nennt nicht einmal ihr Modelljahr. Das klären Fahrzeugschein, gestempeltes Serviceheft und ein Kawasaki-Händler, der Teile über den Modellcode sucht.